Fasching

Die "Fosnocht" im Werdenfelser Land und Loisachtal ist bekannt, jedes Dorf hat seine Eigenheiten. Am unsinnigen Donnerstag ist es Brauch, mit Holzlarven "maschkera" von Gungl zu Gungl zu gehen (Gungl ist das fröhliche maskierte Beieinandersitzen von Vereinen, Stammtischen, Cliquen und Kränzchen).

Versteckt hinter der Maske kann man dann so manche Schandtat mit Schalk und Schabernack anprangern. Dann macht man sich am besten schnell wieder aus dem Staub… Am Ende trifft man sich bei einem Wirt, wo man bis in die frühen Morgenstunden bei Musik und Tanz feiert, wobei die Demaskierung zu Mitternacht für so manche Überraschung sorgt.

Nach den zwölf Rauhnächten von Weihnachten bis Dreikönig, in denen nach altem Volksglauben die Sonne stillsteht, um für die wieder beginnende Bahn neue Kräfte zu sammeln, trug man schwere, phantasievolle, Angst einflößende, schiache, wilde Masken - die Perchten. Oft wurden diese Masken mit Hörnern und Teufelsgewändern ausgestattet. Schon seit über 35 Jahren schnitzt Dieter Brauner (www.holzmasken-brauner.de) in Ohlstadt Holzmasken. Diese können nach Voranmeldung bei Herrn Brauner besichtigt werden.

Nach den Rauhnächten begann die "Fosnocht", die bis Aschermittwoch dauert. Diese Nächte sind die Nächte des Gedeihens in aller Natur, die Zeit des neuen Lebens, der Fruchtbarkeit und des Wachstums. Hinzu gesellt sich das Bedürfnis des Menschen, das Leben in der Natur immer wieder darzustellen. Wichtig sind dabei die Kämpfe zwischen dem Tag und der Nacht, Kälte und Sonne, Tod und Leben und das Austreiben der Winterkälte und der Wintergeister.

Maschkera kann man nicht werden, sondern nur sein! Dabei gibt es je nach Ort strenge Regeln, Tage, an denen man auf gar keinen Fall "Maschkera" geht. Das ist zum Beispiel an Sonntagen (Ausnahme der Faschingssonntag), an kirchlichen Feiertagen, wie Maria Lichtmess 2. Februar, Blasius 3. Februar, Agatha 5. Februar. Oft gibt es in den Familien noch alte Larven, die immer wieder von der Jugend getragen werden. Aber eine Larve reicht oft für die vielen Gungln nicht aus.
Dargestellt werden markante Gesichter, die aus Lindenholz geschnitzt werden. Wichtig sind die Augenlöcher, Nase und Mund, damit der Larventräger auch sehen und atmen kann. Eine gute Passform und eine dünnwandige und leichte Larve zeugt von guter Qualität, die nach vielen Stunden Schnitzarbeit noch gefasst (bemalt) werden muss. Mit Tüchern umwickelt zieht man dann als Wilderer, Hexen, feine Herren und Weiber durch die Straßen.

Fotos: Anita Welzmüller