Münter und Kandinsky

Die Maler Wassily Kandinsky und Gabriele Münter waren die Mitbegründer der Künstlerbewegung „Der Blaue Reiter“. Inspiration zu Ihren expressionistischen Werken fanden Sie vorrangig südlich von München, in Murnau und dem Blauen Land.

Wassily Kandinsky wurde am 4. Dezember 1866 in Moskau geboren. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften, der Nationalökonomie und Ethnologie und daran anschließender Tätigkeit als künstlerischer Leiter in einer Moskauer Druckerei, zog es ihn 1896 der Malerei wegen nach München. Dort besuchte er eine private Malschule und studierte ab 1900 an der Kunstakademie in München. 1901 gründete er zusammen mit Wilhelm Hüsgen die Künstlergruppe Phalanx und wurde zum Leiter der „Schule für Malerei und Aktzeichnen“, die jedoch 1904 den Ausstellungs- und Lehrbetrieb einstellen musste. Während des Unterrichts begegnete er dort Gabriele Münter.

Gabriele Münter wurde 1877 in Berlin geboren. Ihre künstlerischen Fähigkeiten kristallisierten sich bereits während der Schulzeit heraus, worauf sie 1897 eine Damenkunstschule in Düsseldorf besuchte. Nach dem Tod ihrer Mutter im selben Jahr, führte sie die Ausbildung jedoch nicht fort. 1901 zog Gabriele Münter nach München und begann ein Studium an der Malschule des Künstlerinnen-Vereins und wechselte schließlich zur fortschrittlichen Kunstschule Phalanx, an der bekanntlich auch Kandinsky arbeitete.

Während eines Malaufenthalts in Kallmünz 1903 verlobte sich Kandinsky mit Münter, obwohl er noch verheiratet war.

Marianne von Werefkin und Alexej Jawlensky forderten Münter und Kandinsky 1908 auf, auf das Land an den Staffelsee zu ziehen und so kam es zur Zusammenarbeit beider Künstlerpaare. Münter entwickelte sich daraufhin zu einer der bedeutendsten expressionistischen Malerinnen. 1909 erwarb Münter in Murnau ein Haus in der Kottmüllerallee, das künftige „Münter-Haus“ im Volksmund auch „Russenhaus“ genannt. Dort lebte das Paar bis zum Jahr 1914. 1911 gewann Kandinsky Franz Marc für die Idee, eine Art Almanach herauszubringen. Am 18. Dezember 1911 eröffnete die erste Ausstellung der Redaktion „Der Blaue Reiter“. Ein halbes Jahr später erschien der Almanach „Der Blaue Reiter“ im Piper Verlag.

Als 1914 der erste Weltkrieg begann, flohen die Künstler Münter und Kandinsky in die Schweiz. Da Kandinsky dort jedoch als „feindlicher Ausländer“ galt, ging er zurück nach Russland und Münter nach Skandinavien. Nach einem letzten Treffen mit Kandinsky im Jahr 1917 in Stockholm erfuhr Münter erst Jahre später, dass Kandinsky Nina Andreevskaja geheiratet hatte. Ab 1920 lebte Münter abwechselnd in Köln, München und Murnau. 1931 zog sie mit Ihrem zweiten Lebensgefährten Johannes Eichner in den Markt am Staffelsee zurück. Münter verstarb 1962, ihr Lebensgefährte Eichner bereits 1958. Das gemeinsame Grab befindet sich auf dem Friedhof in Murnau.

Die Werke und die Historie der Maler lassen sich nun im Schloßmuseum Murnau sowie im Münter-Haus erfahren.